Legionellen im Trinkwasser: Wer muss prüfen lassen – und was droht bei Verstößen?

Legionellen sind Bakterien, die in Warmwasserleitungen wachsen können. Werden sie über Duschwasser eingeatmet, können sie die gefährliche Legionärskrankheit – eine Form der Lungenentzündung – auslösen. Gerade für ältere oder gesundheitlich vorbelastete Menschen kann das lebensbedrohlich sein.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Anlagentechnik und regelmäßiger Überprüfung lassen sich Legionellen zuverlässig vermeiden.

Wer ist zur Legionellenprüfung verpflichtet?

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) schreibt vor, dass Betreiber von Trinkwasser-Installationen mit Großanlagen zur Trinkwassererwärmung ihre Leitungen regelmäßig untersuchen lassen müssen.

Prüfpflichtig sind:

  • Vermieter von Mehrfamilienhäusern mit zentraler Warmwasserversorgung, wenn das Warmwasser gewerblich abgegeben wird (ab drei Wohneinheiten mit zentralem System)
  • Betreiber von Hotels, Pensionen, Pflegeheimen, Krankenhäusern, Sportstätten, Campingplätzen
  • Betreiber öffentlicher Duschen (z. B. in Fitnessstudios, Schulen)

Nicht prüfpflichtig sind Eigentümer von Einfamilienhäusern, die das Haus selbst bewohnen.

Wie oft muss geprüft werden?

Die Prüfpflicht gilt mindestens einmal jährlich. Die Untersuchung muss durch ein akkreditiertes Labor durchgeführt werden. Die Probenahme selbst übernehmen zertifizierte Probennehmer – oft SHK-Betriebe mit entsprechender Zulassung.

Was passiert, wenn Legionellen gefunden werden?

Der Grenzwert der TrinkwV liegt bei 100 KBE (koloniebildende Einheiten) pro 100 ml. Wird er überschritten, besteht Handlungspflicht:

  • Das Gesundheitsamt ist unverzüglich zu informieren
  • Die betroffenen Einrichtungen (z. B. Duschen) müssen gesperrt werden
  • Eine Gefährdungsanalyse ist durchzuführen
  • Der Mangel ist durch technische Maßnahmen zu beheben

Wer als Vermieter die Prüfpflicht vernachlässigt und es kommt zu einem Schadensfall, haftet – und zwar strafrechtlich wie zivilrechtlich.

Wie entstehen Legionellen im Leitungssystem?

Legionellen vermehren sich bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 50 °C besonders schnell. Der ideale Nährboden: Warmwasser, das nicht ausreichend erhitzt wird oder in Rohren steht.

Kritische Situationen:

  • Warmwasserspeicher, der auf unter 60 °C eingestellt ist
  • Leitungsabschnitte, durch die selten Wasser fließt (sogenannte „tote Leitungsenden”)
  • Lange Warmwasserleitungen ohne ausreichende Zirkulation
  • Heizungsanlagen, die längere Zeit außer Betrieb waren (z. B. nach dem Urlaub oder einer Leerstandsphase)

Was schützt zuverlässig vor Legionellen?

Technisch gibt es klare Empfehlungen:

  • Warmwassertemperatur: Der Speicher sollte auf mindestens 60 °C eingestellt sein. Das tötet Legionellen zuverlässig ab.
  • Zirkulation: In längeren Warmwasserleitungen verhindert eine Zirkulationspumpe stehendes Wasser.
  • Regelmäßige thermische Desinfektion: Einmal pro Woche auf 70 °C aufheizen (bei manueller Anlage).
  • Keine toten Leitungsenden: Bei Sanierungen darauf achten, dass alle Leitungsabschnitte regelmäßig durchströmt werden.

Was wir für Sie tun können

Die Bauklempnerei Stöver führt Warmwasserinstallationen fach- und normgerecht aus – mit Blick auf Legionellenprophylaxe. Wir beraten Sie, ob Ihre Anlage die aktuellen Anforderungen erfüllt, und helfen bei der Beauftragung zugelassener Prüflabore. Bei festgestellten Mängeln beheben wir diese schnell und dokumentiert.

Fragen zur Trinkwasserinstallation? Sprechen Sie uns an.


Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Die genauen Pflichten können je nach Anlagentyp und Bundesland variieren. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihr zuständiges Gesundheitsamt oder einen Fachanwalt für Mietrecht.

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